Charakteristische Windwurfschäden vom September 2024 entlang der Alpennordseite

Flachwurzler im Salzkammergut bei Strobl, Salzburger Land

Die folgenschwere Woche im September 2024 hinterließ nicht nur in Niederösterreich ihre sichtbaren Spuren mit zahlreichen Hochwasserschäden in der Größenordnung alle 100 Jahre und seltener. Es gab in Kombination mit dem anhaltenden Starkwind außerdem zahlreiche Waldschäden. Bis heute lassen sich diese imho gut von früheren Sturmereignissen oder auch Schnee- und Eisbruch unterscheiden.

Ob ein Baum entwurzelt wird (Windwurf) oder der Stamm bricht (Windbruch) hängt primär davon ab, ob das einwirkende Kippmoment durch den Wind die Belastbarkeit der Verankerung im Boden oder die Materialfestigkeit des Holzkörpers übersteigt. Bei lang anhaltendem Regen verliert der Boden an Festigkeit, was Entwurzelungen begünstigt.

Wie man sieht, fielen vom Tiroler Unterland bis zum Wienerwald verbreitet 200 bis 400mm Niederschlag mit Nordstau und eingedrehter Okklusionsfront. Deutlich weniger war es im Zentralalpenbereich und im Süden.

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Was ist eigentlich „Landregen“?

Dauerregen und dichter Nebel am Vogelsangberg (516m), Wienerwald

Im Kontext der ausgeprägten Dürre in Mitteleuropa ist immer wieder vom sogenannten Landregen die Rede, der benötigt wird, um das Grundwasser wieder aufzufüllen. Es wird dann ausgeführt, dass der Regen tagelang andauern müsste. Mit ein paar Stunden starkem Regen sei es nicht getan, denn das Wasser fließe überwiegend oberflächlich ab und kommt gar nicht erst im Grundwasser an. Doch wie entsteht Landregen überhaupt? Welche Wetterlagen sind im Alpenraum dafür notwendig und wie realistisch ist dieser in der nächsten Zeit?

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Das Versagen von Medien und Gesellschaft in der Klimakrise

Reinhard Steurer ist Professor für Klimapolitik an der Universität für Bodenkultur (BOKU) und engagiert sich seit Jahrzehnten für den Umwelt- und Klimaschutz. Er schrieb vor kurzem im STANDARD einen Kommentar zur „Klima-Heuchelei“ der Medien und Mehrheitsgesellschaft. Darin kritisiert er vor allem einschlägige Medien wie ServusTV oder Krone, die seit jeher Desinformation betreiben und rechte Parteien durch tendenziöse Berichterstattung fördern, und nun in Zeiten anhaltender Hitzewellen und Dürre die Versäumnisse der Regierung in der Klimapolitik anprangern. Ihre Forderungen sind jedoch allenfalls symbolisch gemeint, aber sollen niemals in der Bevölkerung so spürbar sein, dass es wehtut. In Umfragen sei die Mehrheitsgesellschaft zwar für mehr Klimaschutz, aber gibt den rechten Parteien (ÖVP und FPÖ) seit Jahrzehnten immer eine absolute Mehrheit, wohlwissend, dass diese nicht an Klimaschutz interessiert sind. Das bezeichnet Steurer völlig zu Recht als Heuchelei.

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Tornado bei Pomas, Südfrankreich: Der „perfekte“ Sturm

Vom Schadensausmaß erinnert der starke Tornado am 24. August 2026 an den F4-Tornado in Wiener Neustadt im Jahr 1916. Damals wurden 34 Menschen getötet und über 300 verletzt. Zahlreiche Videos zeigen, wie ein klassischer Wolkenrüssel sich zum Boden absenkt und dabei viel Staub und später Trümmer aufwirbelt (z.B. auf gmx.at). Wichtige Erinnerung an dieser Stelle: Die Trichterwolke muss nicht bis zum Boden auskondensiert sein, um definitionsgemäß von einem Tornado zu sprechen. 50 Menschen wurden in Pomas verletzt, 500 Häuser beschädigt. Laut Augenzeugen begann der Tornado gegen 16.57 Uhr Lokalzeit durch den Ort zu fegen (Le Monde), fünf Minuten später sei bereits alles vorbei gewesen. Von der Schadensintensität wird der Tornado auf EF3 (F3 nach der alten Fujita-Skala) eingestuft, also rund 250 km/h.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass derart starke Tornados schon immer in Europa, speziell in dieser Region von Frankreich, aufgetreten sind. Vor genau 200 Jahren gab es einen F3-Tornado in Lastour, nördlich von Carcassonne (Quelle: keraunos.org). Die geographische Lage mit Nähe zum westlichen Mittelmeer (Golf von Lyon) und die Kanalisierung der Winde zwischen den Pyrenäen und den südlichen Ausläufern des Zentralmassivs fördern Wetterlagen, bei denen energiereiche Luft vom Mittelmeer landeinwärts strömt, und gleichzeitig starke vertikale Windscherungen herrschen.

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Severe microbursts during cold front passage over Eastern Plains (20.08.26)

places with severe wind damage during the event (between airport and Bratislava)

Great model performance that day, already foreshadowing a major storm event over Eastern Austria. Several villages alongside Danube river have been hit on Thursday afternoon, with local flooding, numberous windfall and snapped trees and also saving people’s lives on several occasions. Here’s a video footage on a federal road between Regelsbrunn and Maria Ellend, with a car trapped in the microburst event. In Schwadorf, few kilometres south of Schwechat, even a power pylon has been bended. Some tree damage looks tornadic, e.g. this newspaper photo. But none of the eyewitnesses in the villages did say something about a tornado or landspout („Windhose“).

Media reports have been inconsistent as usual, suggesting different thunderstorms being responsible for severe wind damage. But Kittsee in easternmost Austria has been hit by the same storm event (more photos here). Altogether torn trees and crushed power pylons appear to be the heaviest damage, pointing to an F2/T4 storm event. Private weather stations (published by wunderground) measured peaking wind gusts around 150-180 km/h in Maria Ellend and Kittsee. Position 34 on the Schwechat airport runway registered 71kts. The storm headed for Bratislava, causing serious damage there with intense rain, large hail and violent winds (video) – the footage could indicate a short-lived gustnado, too (04:26 to 04:30).

Preliminary data clearly suggests a straight-line wind event, with some hints at radar images.

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